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Erste Hilfe

Hier haben wir einige Informationen zusammengestellt, die in der ersten Zeit nach einer Vergewaltigung wichtig sind.
Die Infos stammen, soweit nicht anders angegeben, aus dem Heftchen "Vergewaltigung - Information für Frauen" der Frauen-Gleichstellungsstelle und des Frauennotrufes in München.
 
Folgende Punkte findest Du hier:
 

 


Was tun nach einer Vergewaltigung?
 
Bevor ich die sachliche Vorgehensweise schildere, möchten wir einen persönlichen Rat vorschlagen.
Viele Frauen haben nach einer Vergewaltigung Angst davon zu erzählen. Angst, daß ihnen nicht geglaubt wird und Hemmungen aus einer falschen Scham heraus.
Wir möchten hier raten sich gut zu überlegen, wem man davon erzählt. Da es sehr schmerzhaft und hemmend sein kann, wenn einem nicht geglaubt wird. Wenn Du niemanden kennst, dem Du entsprechend vertraust, dann wende Dich an eine Beratungsstellen. Dort kannst Du anonym bleiben, wenn Du es wünscht und es wird Dir auf jeden Fall Glauben geschenkt. Adressen dazu findest Du auf der "Adresseite". Weiter kannst Du Kontakt finden über Selbsthilfegruppen oder über die "Kontaktseite" dieser Homepage. Du mußt mit Deinen Gefühlen nicht alleine bleiben!

 
 
Unabhängig davon, ob und wann die Frau Anzeige erstatten will, sollte sie einige Punkte unbedingt beachten:
 
  • Aufbewahren aller Beweismittel, z.B. Kleidung (ungewaschen)
     
  • Aufsuchen einer Ärztin/Arzt oder den Notdienst eines Krankenhauses. Die ärztliche Untersuchung ist auch für die Sicherung von gerichtlichen Beweisen wichtig.
     
  • Nicht waschen vor der Untersuchung.
     
  • Die Ärztin/Arzt sollte:
     
    • die Schamhaare auskämmen
    • die Scheide (ggf. auch After) auf Spermien untersuchen
    • evtl. Verletzungen behandeln
    • evtl. an die "Pille danch" denken

     
  • Den Namen der Ärztin/Arztes un den Befund (evtl. Spermiennachweis, auch im After, Verletzungen) sollten schriftlich attestiert werden.
     
  • Die Frau sollte unbedingt ab 3 Tagen nach Ausbleiben der Regelblutung einen Schwangerschaftsfrühtest machen lassen.
     
  • Ebenso wichtig ist eine Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten und Aids zum frühstmöglichen Zeitpunkt.

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Unterstützung und Hilfe
 
Unterstützung und Hilfe gibt es z.B. bei Frauennotrufen (siehe "Adresseite").
 
Frauen des "Notrufs"...
  • können Ärztinnen/Ärzte empfehlen
  • besprechen mit der Frau, ob sie eine Anzeige erstatten will und informieren über die weiteren Schritte
  • unterstützen auf der Suche nach einer Anwältin
  • begleiten zur Polizei, Ärztin und Gericht
  • helfen bei der Vorbereitung zur Gerichtsverhandlung
  • helfen bei der Suche nach Psychologinnen oder Selbsthilfegruppen

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Wenn die Überlebende sich zu einer Anzeige entschlossen hat
 
Falls die Frau Anzeig erstatten will, sollte sie wissen, daß die Polizeit von Amts wegen verpflichtet ist, den Täter zu ermitteln. Die Strafanzeige ist dann nicht mehr rückgängig zu machen, denn Vergewaltigung ist ein Verbrechen und mußt durchdie Polizei verfolgt werden.
 
  • Wenn die Polizei über den Notruf 110 gerufen wird, werden uniformierte Streifenbeamte zu der Frau nach hause kommen. Diese werden dann die Personalien sowie die Tatsachen, die zur Täterfeststellung führen aufnehmen.
    Genauere Auskünfte über den Tathergang und die Vorgeschichte müssen zunächst nicht angegeben werden.
     
  • Die Polizei ist von sich aus bestrebt, eine Beamtin/einen Beamten mit der Vernehmung zu beauftragen, zu der/dem die Frau Vertrauen hat. Das Opfer kann auch darauf bestehen, von einer Frau vernommen zu werden. Selbst wenn gerade keine in der Polizeistelle ist, muß eine Polizistin geholt werden.
     
  • Bei der Vernehmung kann die Polizei eine Person des Vertrauens der Frau zulassen. Nach dem neuen Opferschutzgesetz hat die Frau das Recht, auch schon bei der Polizei eine Anwältin/Anwalt hinzuzuziehen.
     
  • Das Erstatten der Anzeige kann auch eine Anwältin/Anwalt übernehmen.
     
  • Auf alle Fälle sollte die Frau ein Gedächtnisprotokoll über den Tathergang erstellen!
     

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Wie geht's nach der Anzeige weiter?
 
Die Polizei leitet nach Abschluß der Ermittlungen die Akten weiter an die Staatsanwaltschaft. Die führt selbst noch Ermittlungen durch und beschließt dann, ob gerichtlich Klage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird.
Nach Klageerhebung kommt es zur Gerichtsverhandlung, bei der die Frau auf jeden Fall nochmals als Zeugin aussagen muß.

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Rechtsbeistand und Nebenklage
 
Nach dem neuen Opferschutzgesetz kann das Opfer in jedem Stadium des Verfahrens, also bereits ab dem Zeitpunkt der polizeilichen Ermittlungen die Beiordnung einer Rechtsanwältin/Rechtsanwaltes als Beistand beantragen. Diese/r kann darauf achten, daß das Verfahren ordnungsgemäß betrieben wird und Einsicht in die Akten nehmen. Der Antrag kann bei der Staatsanwaltschaft und - je nach Verfahrensstand - bei Gericht gestellt werden.
 
Die Frau kann aber auch unabhähgig davon bei Gericht einen Antrag auf Zulassung als Nebenklägerin stellen. Sie hat dann die Möglichkeit, sich einen Anwältin/Anwalt Ihrer Wahl zu nehmen, die/der sie in dem weiteren Verfahren vertritt.
  • Als Nebenklägerin hat sie bzw. die Anwältin das Recht, Einsicht in die Akten zu nehmen, während des ganzen Strafverfahrens im Gerichtssaal anwesend zu sein, Fragen an den Angeklagten und die Zeugen zu stellen, unsachliche Fragen abzulehnen, ein Plädoyer zu halten und im Strafporzeß Anträge und Forderungen zu stellen.
     
  • Außerdem kann die Frau als Nebenklägerin, falls die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Angeklagten einstellt, gegen diesen Beschluß im Wege des Klageerzwinungsverfahrens vorgehen.
     
  • Wenn weder Nebenklage noch Beiordnung eines Beistandes beantragt wird, wir die Frau vor Gericht eldiglich vernommen und hat selbst keinerlei Möglichkeit, auf das Verfahren Einfluß zu nehmen.
Auch ohne Vertretung durch eine Anwältin/Anwalt kann die Frau verlangen, daß ihr das Ergebnis des Strafverfahrens mitgeteilt wird und daß ihr Auskünfte und Abschriften aus den Akten erteilt werden.
 
Sie kann auch beantragen, daß während der Vernehmung vor Gericht die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird. Die Öffentlichkeit darf aber nicht gegen Ihren Willen ausgeschlossen werden.

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Prozeßkostenhilfe und Opferentschädigung
 
Wenn die Frau nur ein geringes Einkommen hat, kann sie im Rahmen der Prozeßkostenhilfe Erstattung der Kosten für ihre Anwältin/Anwalt beantragen. Auch schon vor Bewilligung der Prozeßkostenhilfe kann sie beantragen, daß ihr einstweilen unentgeltich eine Rechtsanwältin/Anwalt als Beistand bestellt wird.
 
Opferentschädigung ist möglich nach dem Opferentschädigungsgesetz, vorausgesetzt die Frau hat Anzeige erstattet. Ausgeglichen werden die Kosten für gesundheitliche Schäden (auch psychische) durch Rentenleistungen und Ersatz der Kosten für Heilbehandlungen, Kuren, Therapien.

 
Weitere Beratung diesbezüglich, gibt es bei "Weißer Ring".

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Der Weg ins Frauenhaus
 
Oft bleibt der Frau kein anderer Ausweg, als vor ihrem gewalttätigen Partner ins Frauenhaus zu fliehen. Telefonnummern von Frauenhäusern gibt es z.B. auf der "Adresseite", im Telefonbuch oder über die Auskunft.
 
Hier sind einige Punkte, die für den Weg ins Frauenhaus wichtig sind:
(Quelle: Frauenhaus Passau)
 
In Ihrem eigenem Interesse und für eine wirksame Hilfe wäre es von Vorteil, wenn die Frau folgende Unterlagen mitbringt:
  • Heiratsurkunde
  • Ausweis/Paß
  • Zeugnisse
  • Lohnsteuerkarte
  • Rentenversicherungsunterlagen
  • Geburtsurkunde
  • Krankenversicherungs-Karte
  • Sparbücher
  • Geld
  • Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung (bei Ausländerinnen)
Für die Kinder:
  • Geburtsurkunde
  • Kinderpässe
  • Impfpässe
  • Schulsachen
  • evtl. Sorgerechtsbescheid
Unter Umständen kann wichtig sein:
  • Verdienst des Mannes
  • Krankenkasse
  • Adresse des Arbeitgebers
  • Lebensversicherungen
  • Bausparverträge
  • Sonstige Vermögenswerte

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