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Folgen und Schäden


Zentrales schädigendes Element bei sexuellem Missbrauch, vor allem innerhalb der Familie, ist die langfristige Verwirrung, der das Kind auf kognitiver, emotionaler und sexueller Ebene ausgesetzt ist. Es wird frühzeitig zum sexuell stimulierten Pseudo-Partner und zugleich zum strukturell abhängigen Kind welchem möglicherweise noch Gewalt droht.

Die Verwirrung hinsichtlich der Generationszugehörigkeiten und die Vermischung der Rollen einer (väterlichen) Autoritätsfigur und sexuellen Partners wird von den Missbrauchern häufig durch die möglichst vollständige Verleugnung der Tatsache, dass überhaupt sexuelle Handlungen stattfinden, aufrecht erhalten.

So ereignet sich der Missbrauch oft in völligem Schweigen und in Dunkelheit. Die körperliche Nähe und die sexuelle Erregung stehen in direktem Widerspruch zur Negierung der Realität. Damit hat das Kind keine Möglichkeit die zentralen Aspekte dieser emotional intensiven und verwirrenden Erfahrung kognitiv und sozial sinnvoll zuzuordnen - und es ist darüber hinaus noch gezwungen, diese Verwirrung geheim zu halten.

Sexueller Missbrauch setzt das Kind also nicht nur traumatischen Erfahrungen aus, welche seine sexuellen Gefühle und Vorstellungen in einer Weise beeinflussen , die seinem Entwicklungsstand und der Qualität seiner Beziehungen nicht entsprechen; sondern es erschüttert es auch zutiefst in seinem Vertrauen wenn es entdeckt, dass eine Person, die es liebt und zu der es in einer lebenswichtigen Beziehung steht, es missbraucht und verletzt. Dieser Verrat durch den Missbraucher kann durch die Reaktionen der Umwelt wiederholt und verstärkt werden, wenn das Kind bei seinen Versuchen, sich mitzuteilen und sich dem Missbrauch zu entziehen, keinen Glauben und keine Unterstützung findet.

Schädigenden sexuellen Erfahrungen, Verrat, Ohnmacht und Stigmatisierung sind leider nicht nur missbrauchte Kinder ausgeliefert; das gleichzeitige Zusammentreffen aller vier Faktoren in der Missbrauchssituation ist es jedoch, was sexuellen Kindesmissbrauch von allen anderen, möglicherweise traumatischen Erlebnissen (wie etwa Scheidung der Eltern oder auch physische Misshandlungen) unterscheidet.

Das Ausmaß der Schädigungen variiert in Abhängigkeit davon, wie sich im Einzelfall diese vier Faktoren wechselseitig verstärken oder abschwächen. Als langfristige Folgen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen treten im Erwachsenenalter häufig auf:

  • Störungen der Sexualität und Partnerschaftsprobleme;
  • Störungen in der Wahrnehmung eigener Gefühle (Verwechselung von Affektivität und Sexualität);
  • Gefühle der Wertlosigkeit, Scham, Schuld, Wut;
  • Ablehnung des eigenen Körpers, selbstdestruktives Verhalten, Selbstmord(versuche);
  • Sexualisierung von Beziehungen;
  • Störung der Sexualfunktionen;
  • emotionaler Rückzug und soziale Isolation, Misstrauen;
  • Depression;
  • Gefühle, außerhalb des eigenen Körpers zu sein (Dissoziation);
  • Alkohol - und Drogenmissbrauch;
  • Angstzustände, Alpträume, angstmachende Tagträume;
  • Schlaf- und Essstörungen;
  • psychosomatische Beschwerden (vor allem Haut- und Magenerkrankungen);

Obwohl die genannten Störungen nicht nur Folge von sexuellem Missbrauch sein können, ist die Wahrscheinlichkeit, das Missbrauchsopfer unter einem oder meist mehreren dieser Symptome leiden, deutlich erhöht.


Die Texte sind mit freundlicher Genehmigung der Senatsverwaltung Berlin zur
Verfügung gestellt worden. Herzlichen Dank an dieser Stelle.



  
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